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BOCKSHORNKLEE
(Trigonella foenum-graecum)

Volksnamen: Fenugräk, Filigrazie, Gelblicher Schabziegerklee, Griechisch heu, Kuhhornklee, Rektum, Stundenkraut.
Arzneilich verwendete Pflanzenteile: Die Samen.
Pflanzenbeschreibung: Bockshornklee ist ein Schmetterlingsblüter, der sehr stark riecht. Mit kräftiger Pfahlwurzel verankert sich das einjährige Kraut fest im Erdboden und treibt einen Blühsprß an die Oberfläche, der bis zu 60 cm hoch wird. Oft liegen aber auch die Triebe am Boden. Der Stengel ist stielrund und nur oben verästelt. Die kleeähnlichen Blätter sind dreizählig. Die gelben oder auch gelblich-weißen Schmetterlingsblüten stehen einzeln oder zu zweien in den Blattachseln. Die Frucht wird bis zu 10 cm lang, sieht säbelförmig aus und bildet 5 bis etwa 20 Samen aus.
Blütezeit: Mai bis Juni.
Vorkommen: Vom Mittelmeer bis Zentralasien wächst diese Pflanze wild, nördlich der Alpen jedoch wird sie - zwar nur noch selten - kultiviert. Der Anbau ist bei uns überall möglich, man muß die reifen Samen in Reihen aussähen, etwa 20 cm voneinander entfernt, damit die einzelnen Pflanzen sich gut entwickeln können.
Ernte und Aufbereitung: Die Samen trocknet man für arzneiliche Zwecke.
Inhaltsstoffe (Wirkstoffe): Die Wirkstoffe der Bockshornkleesamen sind weitgehend bekannt. Der hohe Schleimgehalt (20 bis 45 %), die Proteine (25 %) und der Fettanteil (ca. 8 %) sind für Samen typisch und rechtfertigen die ältere Anwendung als Kräftigungsmittel. Daneben hat man mehrere Steroidsaponine, Sterole, Flavonoide und etwas ätherisches Öl mit über 50 Komponenten gefunden. Der charakteristische Geruch des Samens geht auf das 3-Hydroxy-4,5-dimethyl-2(5H)-furanon zurück.
Heilwirkung und Anwendung: Die Anwenndung ist vielseitig und in manchen Punkten auch umstritten. Äußerlich gebraucht man den Bockshornkleesamen ähnlich wie Leinsamen zum Aufweichen von Furunkeln und Karbunkeln als heißen Brei-Umschlag.
So wird dieser Brei-Umschlag bereitet:
100 g grob gemahlene Bockshornkleesamen werden mit wenig Wasser vermischt und zu einem Brei verkocht. Diesen streicht man dann recht dick auf einen Leinenlappen, den man über die aufzuweichende Stelle legt. 3- bis 4mal täglich den Verband erneuern. Die Verwenndung von Essig statt Wasser bei der Bereitung soll die Wirkung erhöhen. Vor allem hat sich ein solcher Breiverband bei Panaritien (Nagelbetteiterungen) und Phlegmonen (Zellgewebsentzündungen) bewährt, auch bei Unterschenkelgeschwüren (den sogenannten »offenen Beinen«).
Innerlich gebraucht man die Droge, eßlöffelweise mehrmals täglich eingenommen, als Kräftigungsmittel. Zur Anregung der Darmbewegung (Peristaltik) empfiehlt man ebenfalls, die gepulverten Samen zusammen mit Mus einzunehmen. Die Wirkung bei Husten ist umstritten. Vieles bedarf noch der genaueren Untersuchung, so etwa die von der Volksmedizin behauptete antidiabetische Wirkung, die Möglichkeit einer Senkung des Cholesterinspiegels durch Bockshornkleesamen, die stimulierende Wirkung auf das Herz oder die wachstumshemmende Wirkung auf Bakterien.
Verwendung als Gewürz: Weil gepulverter Bockshornkleesamen sehr stark riecht und ihm magenstärkende sowie anregende Kräfte zugetsanden werden, hat man sich vielerorts bemüht, ihn in die Küche als Gewürz einzuführen. Diesen versuchen war jedoch wenig Erfolg beschieden, weil immer der Fehler gemacht wurde, damit zu überwürzen. Man darf nur sehr wenig verwenden (ähnlich wie Muskat), um Geschmack daran zu finden. In zahlreichen Gewürzmischungen, die bei uns unter der Bezeichnung »Curry« geführt werden, ist diese Droge enthalten. Die anderen Gewürze darin verhindern, daß sie dominierend wirkt. In guter Curry-Mischung darf jedoch kein Bockshornkleesamen enthalten sein.
Bockshornkleesaman als Hausmittel: Alles, was über die Anwendung bisher berichtet wurde, kennt auch die Volksmedizin. Zur Verwendung gelangt das Pulver aus diesem Samen, das bei Abszessen als Umschlag sowie bei Furunkeln, Drüsenschwellungen, bei offenen Beinen, bei Neuralgien, Gelenkentzündungen und bei Ischias mit Erfolg eingesetzt wird. Darüber hinaus gebraucht man die Samen auch zur Förderung der Milchsekretion und gibt sie als Tee mit Vorliebe älteren Menschen mit chronischem Husten. Tee aus Bockshornklee ist ein gutes Beruhigungsmittel bei Bronchialkatarrh und quälendem Reizhusten; gleichzeitig dient es zur Kräftigung bei Schwächezuständen.
So wird Bockshornklee-Tee bereitet:
2 gehäufte EL gepulverte Bockshornkleesamen mit 250 ml kaltem Wasser übergießen, 3 Stunden stehen lassen, kurz zum Sieden erhitzen, sofort abseihen und mäßig warm trinken. Honig verstärkt bei Husten die Wirkung. In einem halb so stark angesetzten Tee kann man auch Hände und Füße baden, um lästigen Schweiß einzudämmen.
Nebenwirkungen: Nachteilige Wirkungen sind nicht bekannt.