NOTFALL- & GESUNDHEITSPASS

B


BÄRLAUCH

(Allinum ursinum)











Volksnamen: Bärenlauch, Hexenzwiebel, Judenzwiebel, Waldknoblauch, Wilder Knoblauch, Wurmlauch, Zigeunerlauch, Zigeunerzwiebel.

Arzneilich verwendete Pflanzenteile: Das frische Kraut und die Zwiebeln.

Pflanzenbeschreibung: Aus eine länglichen Zwiebel, die von durchsichtigen Häuten umgeben ist, entspringt ein Stengel, der bis zu 25 cm hoch werden kann und die weißen sternförmigen, in einer Scheindolde angeordneten Blüten trägt. Die beiden grundständigen Blätter sind lanzettlich. Die ganze Pflanze riecht, besonders beim Zerreiben zwischen den Fingern, sehr stark lauchartig.

Blütezeit: Mai und Juni

Vorkommen: Ganz Europa. An schattigen, feuchten Standorten, in Wäldern mit humusreichem Boden.

Ernte und Aufbereitung: Bärlauch muß frisch verwendet werden, weil er beim Trocknen seine Wirksamkeit verliert. Man sammelt das frische Kraut im April und Mai, während man die Zwiebeln im Herbst ausgräbt.

Inhaltsstoffe (Wirkstoffe): Lauchöl, Flavonoide, Biokatalysatoren, Fructosane und reichlich Vitamin C (Ascorbinsäure).

Heilwirkung und Anwendung: Alles, was über Knoblauch gesagt wird, gilt auch für Wirkung und Anwendung des Bärlauch. Es sei daher auf diese Heilpflanze verwiesen; weil geschmackliche Unterschiede bestehen, wird es dem Leser überlassen bleiben, ob er sich für Knoblauch oder für den Bärlauch entscheidet. Die Schulmedizin nutzt die Heilkräfte des Bärlauch wenig, um so mehr jedoch die Volksmedizin.

Verwendung als Gewürz: Das frische Bärlauchkraut wird mancherorts zum Würzen von Suppen, Salaten, Gemüsen und vor allen Dingen von Weichkäsearten und Quark gebraucht. Da das nur im Frühling geschehen kann, möchte ich jedem, der Freude an herzhafter Würze hat, raten, die Frühlings-Salate und -Suppen reichlich damit zu würzen, denn die Inhaltsstoffe regen die Verdauung an und sind gut für Galle und Leber, Magen und Darm. Es schadet auch nicht, das Bärlauchkraut als Salatbestandteil in die Frühjahrskur mit einzubeziehen.

Bärlauch als Hausmittel: Im Vordergrund bei der Anwendung stehen Magen- und Darmstörungen, Appetitlosigkeit und Schwächezustände.

Das Kraut wird in frischem Zustand den Patienten oft fein gehackt gegeben, oder man bereitet einen Saft, der tropfenweise (10 bis 20 Tropfen) 10- bis 20mal am Tag genommen wird. Um den unangenehmen Geschmack zu überdecken, gibt man den Saft auch in Milch. Wie sehr man den Bärlauch schätzt, geht aus einem Satz in einem alten Kräuterbuch hervor, der vom Pfarrer Künzle stammt: »Wohl kein Kraut der Erde ist so wirksam zur Reinigung von Magen, Gedärmen und Blut wie der Bärlauch.« Wenn kein frisches Kraut zur Verfügung steht, gebraucht man die Zwiebeln, ebenfalls fein gehackt, oder den daraus bereiteten Saft. Bärlauch gilt auch in der Volksmedizin als Mittel gegen Arteriosklerose und als blutdrucksenkendes Mittel. Es wird die Meinung vertreten, daß er hier dem Knoblauch weit überlegen sei,  weil jener durch die Jahrtausende, in denen man ihn kultiviert hat, einen großen Teil seiner ursprünglichen Kraft verloren habe.

Zu beachten ist, daß diese Pflanze nach Möglichkeit als Bärlauchwein verwandt werden sollte, da sie durch das Trocknen viel Wirkstoffe einbüßt. Aus diesem Grund ist sie kaum als Tee einzusetzen.

Nebenwirkungen: Die Schärfe und der unangenehme Geschmack des Bärlauch verhindern eine Überdosierung: bei normaler Dosierung - wie angegeben - sind keine Nebenwirkungen bekannt.

ACHTUNG! Bärlauchblätter sind den giftigen Blättern des Maiglöckchens und den Blättern der tödlich giftigen Herbstzeitlose sehr ähnlich. Der starke Geruch nach Knoblauch beim Zerreiben der Bärlauchblätter kann eine brauchbare Unterscheidungshilfe sein.

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