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BILSENKRAUT
(Hycoscymamus niger L.)

=> sehr giftig, geschützt
Volksnamen: Apollonienkraut, Becherkraut, Rasewurzel, Schlafkraut, Zahnwehkraut.
Arzneilich verwendete Pflanzenteile: Blätter, auch das ganze Kraut. Seltener die Samen.
Pflanzenbeschreibung: Die Pflanze wir 30 bis 60 cm hoch. Die Stengel sind weichhaarig, zottig und klebrig. Die Blätter sind schmutziggrün, eiförmig bis länglich-eiförmig, grob buchtig gezähnt, die unteren in den Blattstiel verschmälert, die oberen halb stengelumfassend. Die schmutziggelblichen Blüten besitzen einen glockigen, krugförmigen Kelch, sind netzadrig und am Stengel fast sitzend angeordnet.
Blütezeit: Juni bis Oktober.
Vorkommen: Auf Schutt- und Gartenland. Das Bilsenkraut ist eng verwandt mit Tollkirsche und Stechapfel. Alle drei Planzen sind gefhährlich giftig, und Laien sollten sich mit Bilsenkraut oder mit Zubereitungen daraus auf keinen Fall selbst behandeln. Im Gegensatz zur Tollkirsche, deren Beeren Kindern besonders gefährlich werden, sind Vergiftungen mit Bilsenkraut seltener, weil die ganze Pflanze nicht gut aussieht und unangenehm betäubend riecht. Die Vergiftungserscheinungen ähneln jenen, die durch den Genuß der Tollkirsche hervorgerufen werden.
Die Erste-Hilfe-Leistung hat auch entsprechend zu erfolgen.
Inhaltsstoffe (Wirkstoffe): Hyoseyamin, Skopolamin und Nebenalkaloide.
Heilwirkung und Anwendung: Eine Verschreibung als Tee ist nicht mehr üblich. Allzu stark schwanken die Inhaltsstoffe in der Droge. Weniger der Zeitpunkt der Ernte als der jeweilige Standort der Pflanze (Bodenbeschaffenheit, Lichtverhältnisse) bedingen diese Unterschiede in der Qualität der Droge. Dennoch werden Bilsenkrautzubereitungen immer noch gebraucht. Man bekämpft damit Krampfzustände im Magen- und Darmbereich, versucht das Zittern alter Leute zu beeinflussen und Unruhezustände zu dämpfen. Nicht zu vergessen: Einreibemittel, die Bilsenkrautöl enthalten, und mit denen man erfolgreich Schmerzzustände verschiedener Art bekämpft.
Anwendung in der Homöopathie: Aus der ganzen, frischen blühenden Pflanze wird die Urtinktur (Ø) des Homöopathikums Hyoscyamus bereitet, und in den Potenzen D1 und D2 gegen Kitzelhusten, sonst D4 bis D6 gegen Erregungszustände, Krämpfe, Delirien, Schlaflosigkeit und auch bei Durchfällen verwendet.
Bilsenkraut als Hausmittel: Die Verwendung von Bilsenkraut in der Volksmedizin ist sehr stark rückläufig durch den Hinweis auf die Giftigkeit dieser Droge. Bilsenkrautöl allerdings wird weiterhin gegen rheumatische Schmerzen verwendet. Es handelt sich dabei um ein fettes Öl, das nach verschiedenen Methoden hergestellt wird.
Ein Rezept dafür gebe ich selbstverständlich nicht an, da niemand zur Selbstbehandlung mit Giftpflanzen angeregt werden soll.
Nebenwirkungen: Überdosierung kann Erbrechen, Schwindel und Krämpfe auslösen und sogar den Tod zur Folge haben.