NOTFALL- & GESUNDHEITSPASS

B


BETONIE

(Betonica officinalis L.)














Volksnamen: Betonienziest, Heilziest, Heilbatunge, Pfaffenblume, Zahnkraut, Zehrkraut.

Arzneilich verwendete Pflanzenteile: Das Kraut (ohne die Wurzel).

Pflanzenbeschreibung: 30 bis 60 cm hoch wird diese ausdauernde Pflanze, sie bildet einen aufrechten vierkantigen Stengel, der rauhhaarig und nur wenig verzweigt ist. Die gegenständig angeordneten Blätter sind eiförmig bis lanzettlich, am Grund herzförmig eingebuchtet und am Rand gekerbt. Die unteren Blätter sind gestielt, die oberen hingegen fast sitzend. Die purpurroten Blüten bilden an der Stengelspitze eine Ähre aus mehreren Scheinquirlen.

Blütezeit: Juli und August.

Vorkommen: Die Betonie (Ziest) wächst auf trockenen Wiesen und sandigen Triften, an sonnigen Abhängen und gelegentlich auch in trockenen Wäldern.

Ernte und Aufbereitung: Man sammelt das blühende  Kraut, schneidet es etwa handbreit über den Erdboden ab - die gelegentlich verholzten unteren Teile sollte man meiden - und trocknet, zu Bündeln vereinigt, an luftigem Ort im Schatten.

Inhaltsstoffe (Wirkstoffe): Gerbstoffe, Bitterstoffe und das sogenannte Stachydrin, ein Batain, dem man blutstillende Eigenschaften zuschreibt.

Heilung und Anwendung: Die Inhaltsstoffe weisen die Betonie, den Heilziest, als Gerbstoffdroge aus, deren Wirkung durch die Bitterstoffe noch unterstützt wird. Die Verwendung auch in der Schulmedizin wäre also durchaus sinnvoll. Doch hier wird die Droge nicht genutzt, weder bei Durchfällen noch als Adstringens bei Halsentzündung. Auch die Homöopathie gebraucht die Betonie nur sehr selten als Kräftigungsmittel bei Schwächezuständen und Asthma.

Betonie (Heilziest) als Hausmittel: Es ist oft der Fall, daß die Schulmedizin eine Heilpflanze nicht nutzt, während die Volksmedizin sehr viel von ihr hält. Das trifft in ganz besonderem Maße für den Heilziest zu. Der Tee aus Betonienkraut gilt in der Volksmedizin als ausgezeichnetes Mittel bei Durchfall und Darmbeschwerden. Auch wird er zum Gurgeln und Mundspülen bei Entzündungen im Rachen und am Zahnfleisch mit Erfolg angewandt.


So wird ein Betonien-(Heilziest-)Tee bereitet:

1 gehäufter TL Betonienkraut wird mit 250 ml kochendem Wasser übergossen und mindestens 15 Minuten ausgezogen. Nach dem Abseihen ist der Tee gebrauchsfertig zum Gurgeln und Spülen und zur innerlichen Anwendung gegen Durchfälle und Magen- und Darmbeschwerden:

Bei Bedarf 1- bis 3mal täglich 1 Tasse Tee trinken.


Gelegentlich braucht man den Tee auch bei Lungenverschleimung und Asthma. Die Anwendung bei Gicht und Rheuma dagegen ist fast ganz in Vergessenheit geraten.

Nebenwirkungen: Wenn man Überdosierungen vermeidet, sind keine Nebenwirkungen zu befürchten.

HEILPFLANZEN & KRÄUTER - B

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