Vitamin B1 (Thiamin)
Wasserlösliches Vitamin B1 (Thiamin) kommt im menschlichen Körper in vier verschiedenen Formen vor, als freies Thiamin sowie in der Form von drei Thiaminphospatestern. Thiamin ist eines der wichtigsten Coenzyme. Da Vitamin B1 nur in geringem Umfang gespeichert wird, muss es mit der Nahrung zugeführt werden. Getreide und Getreideprodukte decken fast die Hälfte des täglichen Bedarfs ab. Das Vitamin reguliert vor allem den Glukosestoffwechsel. Je mehr Kohlenhydrate konsumiert werden, desto größer ist der Bedarf. Thiamin ist Funktionsbestandteil von etwa 24 Enzymen sowie für die gesunde Nervenfunktion von Bedeutung.
Vitamin B1 kommt fast allen tierischen (Schweinefleisch, Innereien, Fisch) und pflanzlichen Nahrungsmitteln vor (Vollkornprodukte, Hefe, Hülsenfrüchte, Kartoffeln). Thiamin ist hitzeempfindlich und wird durch Kochen zerstört. Der Tagesbedarf wird mit 1 Milligramm für Frauen und 1,2 Milligramm für Männer angegeben.
Laborprobe: Vollblut
Erhöhte Vitamin B1-Werte
Überdosierungen, meist durch Vitamin B1-Nahrungsergänzung (z. B. Multivitamin-präparate), können zu erhöhten Blutwerten führen.
Diagnosen mit erhöhten Vitamin B1-Werten
- Allergische Hautreaktionen
- Herzrasen
- Kopfschmerzen
- Magenbeschwerden
Verminderte Vitamin B1-Werte
Bei länger bestehenden leichten (subklinischen) Mangelzuständen können folgende Beschwerden auftreten: Appetitmangel, Reizbarkeit, Müdigkeit, Schlaf- und Verdauungsstörungen. Liegt ein schwerer Mangel vor, können Herz-Kreislauf-Störungen, Nervenentzündung, Muskelschwäche, -schmerzen, Krämpfe und zentralnervöse Störungen /Wernicke-Enzephalopathie, Korsakow-Syndrom) auftreten. Schwere Alkoholiker sind die Hauptrisikogruppe für Hirnleistungsstörungen auf Grund eines Vitamin B1-Mangels.
Diagnosen mit verminderten Vitamin B1-Werten
- Alkoholismus
- Arzneimittel (Antazida, Neuroleptika, Antiepileptika, Antibabypille
- Beriberi-Krankheit
- Mangelernährung und Fehlernährung
- Schwangerschaft
- Stillzeit
- Verdauungsstörungen (Malabsorption)