NOTFALL-
SELBSTHILFEGRUPPE
SELBSTHILFEGRUPPE
Eine Selbsthilfegruppe bietet Menschen in ähnlichen Lebenslagen Raum für Erfahrungsaustausch auf Augenhöhe, gegenseitige Unterstützung und vertrauliche Gespräche. Unabhängig davon, ob es um chronische Erkrankungen, psychische Belastungen, Suchtfragen oder Lebenskrisen geht – Sie müssen diesen Weg nicht alleine gehen.
Die Risiken bei einer Selbsthilfegruppe entstehen meist durch fehlende professionelle Leitung. Sie bietet Betroffenen einen geschützten Raum, ersetzt jedoch keine medizinische oder psychotherapeutische Behandlung.
Der Sinn einer Selbsthilfegruppe (Vorteile):
Mögliche Risiken und Nachteile
Abwärtspirale: Die Gruppe zieht sich durch ständiges Klagen gegenseitig emotional herunter.
Fehlende Fachkompetenz: Medizinische oder therapeutische Fehlinformationen können sich ungefiltert verbreiten.
Dominante Mitglieder: Einzelne Personen nehmen zu viel Raum ein oder drängen anderen ihre Meinung auf.
Überforderung: Die schweren Schicksale anderer Teilnehmer können die eigene psychische Last vergrößern.
Kein Krisenauffang: Bei akuten Notfällen (z. B. Suizidgedanken) ist eine Selbsthilfegruppe strukturell überfordert.
Wie man Risiken minimiert
Achten Sie darauf, ob die Gruppe klare Regeln hat (z. B. Redezeiten, Schweigepflicht) und ob ein respektvoller Ton herrscht. Viele Gruppen sind zudem an professionelle Kontaktstellen angebunden, die bei Konflikten vermittelnd eingreifen können.
Die wichtigsten Anlaufstellen in Deutschland
NAKOS (Nationale Kontakt-
Lokale Selbsthilfekontaktstellen (KISS): Regionale Beratungsstellen in fast jeder größeren Stadt, die Ihnen bei der Suche nach einer passenden Gruppe vor Ort oder bei einer Neugründung helfen.
Gemeindepsychiatrische Dienste: Lokale Anlaufstellen für Beratung bei psychischen Krisen und Vermittlung in Gruppen.
Erste Schritte zur passenden Gruppe
Thema definieren: Klären Sie für sich, ob Sie eine Gruppe zu einer bestimmten Diagnose, einer Lebenssituation (z. B. pflegende Angehörige) oder Suchtbewältigung suchen.
Datenbanken nutzen: Suchen Sie online auf den offiziellen Portalen nach Angeboten in Ihrer Nähe.
Kontakt aufnehmen: Die meisten Gruppen ermöglichen ein unverbindliches Erstgespräch oder ein Schnuppertreffen.
Um über sein eigenes Problem reden zu können und um sich zu öffnen, bedarf es gegenseitiges Vertrauen.
Manche Menschen jedoch haben Probleme in Gruppen, können sich aber einzelnen, vertrauten Personen anvertrauen. Gespräche mit einer einzelnen Person haben auch Vorteile. So z. B. ist der Geräuschpegel deutlich niedriger, als in einer Gruppe, in der manchmal mehrere Gruppenmitglieder gleichzeit sprechen und/oder einzelne Gruppenmitglieder ein sehr lautes Organ haben.
Das Problem dabei ist, dass man dem eigentlichen Thema nicht mehr richtig folgen kann, wenn mehrere Personen gleichzeitig und laut reden.
Menschen ab einem gewissen Alter haben ein Problem mit der Lautstärke, so auch ich. Erschwerend kommt für mich hinzu, dass ich Hörgeräte trage und die Hörgeräte nicht so schnell auf die Lautstärke der aktuellen Gruppenlautstärke anpassen kann, da diese sich schneller ändert. Ist sie zu laut, schmerzt es in meinen Ohren, ist die Lautstärke zu leise eingestellt, verstehe ich manche Wörter nicht und der Satz ansich ergibt für mich keinen Sinn. Man ist dann mehrere Minuten damit beschäftigt, dass entsprechende Wort zu finden, um den Satz nachvollziehen zu können und in dieser Zeit verpasst man die Fortführung des Gruppengespräches. Man muss sich dann erneut wieder in das Gruppengespräch hineinfühlen/hineindenken, und kommt sich erst einmal wie ein Außenseiter vor.
In Einzelgesprächen ist dies anders. Da braucht man nur einem Gesprächspartner folgen und Hörgerätebesitzer, können schnell und effizient ihre Hörgeräte auf diesen Gesprächspartner einstellen.
Ende der 80er Jahre hatte ich selbst in Kassel eine Selbsthilfegruppe gegründet, indem ich eine entsprechende Kontaktanzeige aufgab und Gleichgesinnte suchte.
Ich gab diese Anzeige auf, weil es schon damals sehr schwierig war, einen vernünftigen Psychotherapeuten zu finden. Da kam ich auf die Idee mit der Hilfe zur Selbsthilfe.
Wir waren eine Gruppe von ca. 10 Personen, die allesamt ein ähnliches Problem hatten. Man traf sich Anfangs in einem Café oder Biergarten im Sommer, in der kälteren Jahreszeit dann in einer ehemaligen Brauerei, die ihre Kupferkessel so hergerichtet hatten, dass man darin mit unterschiedlich großen oder kleinen Gruppen sitzen kann und die vertraulichen Gespräche von anderen Besuchern der ehemaligen Brauerei nicht mitgehört werden konnten.
Bei Bedarf, konnte man innerhalb der Gruppe eine vertraute Person fragen, ob man sich auch mal alleine zwecks Einzelgespräch treffen könne.