NOTFALL-
A
AUGENTROST
(Euphrasia Rostkoviana Hanye)

Volksnamen: Augustinuskraut, Gibinix, Grummetblume, Herbstblümle, Milchdieb, Milchschelen, Wegleuchte, Wiesenwolf.
Arzneilich verwendete Pflanzenteile: Das ganze blühende Kraut (ohne die Wurzeln)
Pflanzenbeschreibung: Der Augentrost ist ein Halbschmarotzer, der mit seinen Saugwurzelfasern aus den Wurzeln benachbarter Gräser fertige Nahrungslösungen aufnimmt. Die einjährige Pflanze wird 10 bis 20 (30) cm hoch, ist im oberen Teil stark verästelt, weich behaart und mit gegenständig angeordneten, sitzenden, eiförmigen Blättern besetzt, die scharf gezähnt sind und in deren Achseln am Ende der Ästchen weiße oder Blassviolette Blüten sitzen. Auffallendes Merkmal der Augentrostblüten ist der gelbe Fleck auf der dreilappigen Unterlippe.
Blütezeit: Stark abhängig vom Standort, Spätsommer bis Herbst, in sonnigen Lagen schon im Juni und Juli.
Vorkommen: Wiesen, Heiden, Wegränder, vor allen Dingen aber trockene Abhänge und lichte Wälder in bergiger Gegend sind ergiebige Fundorte des Augentrost, der in ganz Europa, vorzugsweise in Mittel-
Ernte und Aufbereitung: Man erntet die oberirdischen Teile des blühenden Krautes zu Beginn der Blütezeit, hängt es gebündelt an einen schattigen, luftigen Ort zum Trocknen und verwahrt das getrocknete Kraut in gut schließenden Gefäßen auf. Feuchtigkeit verdirbt die Droge.
Inhaltsstoffe (Wirkstoffe): Aucubin und andere Iridoidglycoside, Lignane, Flavonoide, Gerb-
Heilwirkung und Anwendung: Über die Erfahrungen der Volksmedizin erregte diese Heilpflanze das Interesse der Ärzte, die immer wieder bestätigen mussten, was Lobendes über den Augentrost gesagt wurde. Das gilt für die äußerliche Anwendung eines Augentrost-
Der Tee wirkt durch Umschläge bei verschiedenen Augenentzündungen, besonders bei Bindehautentzündung (Konjunktivitis) und Lidrandverletzungen, bei denen Hornhautgeschwüre zu befürchten sind, wirkt Augentrost sowohl schmerzlindernd als auch heilend. Und bei der Behandlung des sogenannten Gerstenkorns ist Augentrost-
In zahlreichen Augentropfen, die gegen Ermüdungserscheinungen der Augen, Lichtscheu und Brennen in den Lidwinkeln verordnet werden, macht man sich die Heilkraft des Augentrost zunutze. Augentrost-
Eine weitere Erfahrung, die in Erstaunen versetzt, ist die Wirkung zur Umstimmung und Kräftigung schwächlicher Konstitution: Kinder (doch auch Erwachsene), die leicht Schnupfen bekommen und häufig husten, oft geschwollene Halsdrüsen haben und ganz allgemein wenig Widerstandskraft besitzen, die lichtscheu sind und bei geringstem Luftzug »Wasser in den Augen« haben -
Anwendung in der Homöopathie: Das Homöopathikum Euphrasia officinalis gebraucht man auch in der Homöopathie zur Behandlung von Augenentzündungen. Äußerlich 30 bis 50 Tropen der Urtinktur auf 1 Glas warmes Wasser zu Umschlägen und Spülungen. Innerlich: Euphrasia officinalis D3 bis D6 3 mal täglich 5 bis 10 (bis 15) Tropfen. Darüber hinaus gilt diese Dosierung auch bei Arthrosen, Rheuma und Gicht, sowie bei Magenbeschwerden und Prostataleiden.
Augentrost als Hausmittel: Hier gilt alles, was bisher über Augentrost gesagt wurde, in besonderem Maße, denn die Schulmedizin übernahm die Erfahrungen der Volksmedizin. Zusätzlich gilt die Droge noch als probates Mittel gegen Husten, wenn schleimiger Auswurf beobachtet wird und der Husten mit Katarrhen und Stirnkopfschmerzen verbunden ist. Sebastian Kneipp pries Augentrost als magenstärkendes Bittermittel. Dioskorides und Plinius konnten Augentrost nicht erwähnen, weil er in Griechenland nicht vorkommt. Im Hortus sanitas 7 gart der gesuntheit (Mainz 1485) taucht er erstmals auf, und H. Ryffius berichtet ausführlich in Reformierte Deutsche Apoteck (1573) über ihn.
Nebenwirkungen: Nicht bekannt; das BGA hält die Wirksamkeit für nicht ausreichend belegt.
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