NOTFALL- & GESUNDHEITSPASS

A


ARONSTAB

(Arum Maculatum L.)














Volksnamen: Chindlichrut, Dittichrut, Gefleckter Aronstab, Ronechrut, Trommelschlägel, Zehrwurz.

Arzneilich verwendete Pflanzenteile: Der Wurzelstock, gelegentlich auch das Blatt.

Pflanzenbeschreibung: Mit einem rundlich-eiförmigen Wurzelstock, von dem zahlreiche dünne, fleischige Nebenwurzeln ausgehen, ist der Aronstab im Boden verankert. Er trägt am Grunde einige bräunliche Niederblätter, aus deren Mitte langgestielte gefleckte Laubblätter wachsen, die einen pfeilförmigen Blattgrund haben. Doch das auffälligste Merkmal dieser Pflanze ist der lange Blütenstand, der von einer blattartigen Hülle (Tute) umgeben ist. Die Blüten sind eingeschlechtlich. Sie sitzen gemeinsam an einer violettbraunen, oben keulig verdickten Spindel, dem Blütenkolben. Die weiblichen Blüten stehen unten. Dann folgt ein Ring von Haaren, und darüber sind die männlichen Blüten angeordnet. Dieser so ausgebildete Blütenstand ist eine Kesselfalle für kleine Insekten, die am Abend - angelockt durch Duft und Wärme des Kolbens - in die »Falle gehen«, um dort die bestäubung vorzunehmen. Ist das geschehen, welken dieKesselhaare, so daß die Insekten wieder herausgelangen können. Sehr bald nach der Befruchtung sterben Scheide und Blütenkolben ab, und es entwickeln sich die roten Beerenfrüchte.

VORSICHT! Alle Teile der Pflanze - auch die leuchtend roten Beeren - sind gefährlich giftig!

Blütezeit: April, Mai (Juni)

Vorkommen: Der Aronstab bevorzugt kalkreichen Lehmboden der feuchten Auwälder. Er wächst aber auch in Mischwäldern und in Gebüschen.

Inhaltsstoffe (Wirkstoffe): Die Wirkstoffe sind wenig gründlich untersucht. Flüchtoige Scharfstoffe, die als Aroin, Aronin oder Aronidin bezeichnet werden, dürfen für die Giftwirkung verantwortlich sein. Erwähnenswert ist aber das große Vorkommen von Oxalat-Raphiden und freier Oxalsäure besonders in den Blättern.

Die feinen, spitzen und scharfen Kristallnadeln des Calciumoxalats verletzen bei Berührung der Pflanze Haut und Schleimhäute und fördern damit die Aufnahme der Schadstoffe.

Heilwirkung und Anwendung: Die Schulmedizin gebraucht den Aronstab nicht; auch die Volksmedizin läßt mehr und mehr davon ab, weil man - mit vollem Recht - die Giftigkeit fürchtet.

Anwendung in der Homöopathie: Das Homöopathikum Arum ist immer noch sehr beliebt bei Schnupfen, Mundschleimhautentzündung, Nasen- und Rachenkatarrhen, Mumps, Scharlach und Masern. Immer dann, wenn die Stimme überbeansprucht ist, wenn Sänger und Redner nicht mehr »laut« singen oder sprechen können, vermag Arum zu helfen. Man verabreicht das Mittel in den Potenzen D2 bis D6, und zwar mehrmals täglich 3 bis 5 bis 8 (bis 10) Tropfen.

Man kann aber auch mit einer sehr stark verdünnten Tinktur gurgeln - 5 Tropfen auf 1 Glas lauwarmes Wasser ist dafür die richtige Dosierung.

Nebenwirkungen: Es wurde schon gesagt, daß alle Teile der Pflanze stark giftig  sind. Jede Selbstmedikation (mit Ausnahme der homöopathischen Mittel) ist frevelhafter Leichtsinn. Vergiftungserscheinungen äußern sich in heftigen örtlichen Reizungen zunächst im Mund und Rachen, dann aber auch in Magen und Darm. Nach der Resorption (Aufnahme in die Blutbahn) kommt es zu Erregungszuständen und später zu Lähmungserscheinungen, zu Speichelfluß, Erbrechen, Stimmverlust, zu Krämpfen und Herzstörungen.

Da die Reizerscheinungen im Mund sehr bald auftreten, wird man schnell auf diese Vergiftung aufmerksam. Sofort viel medizinische Kohle einnehmen, sie bindet die Giftstoffe. Das Verabreichen von Schleimsuppe ist ebenfalls eine gute Erste-Hilfe-Maßnahme.

In jedem Fall ist der Arzt zu rufen, damit die Entzündungen vor allem auch der Mundschleimhäute, fachmännisch behandelt werden können.

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