NOTFALL- & GESUNDHEITSPASS
Oraler Glukosetoleranztest (oGTT)
Mit Hilfe des Zuckerbelastungstests soll die Reaktionsfähigkeit der Blutzuckerregulation geprüft werden. Vor der ersten Laborprobenentnahme wird drei Tage lang eine normale kohlenhydratreiche Ernährung durchgeführt. Der Abstand zur letzten Menstruationsblutung sollte drei Tage betragen. Störende Arzneimittel sollten abgesetzt werden. Der Test wird folgendermaßen durchgeführt:
- Die erste Blutentnahme erfolgt im nüchternen Zustand (10 bis 16 Stunden Nahrungs- und Alkoholabstinenz) morgens zwischen 8 und 9 Uhr. Anschließend wird eine Lösung mit 75 Gramm wasserfreier Glukose getrunken. Nach zwei Stunden wird eine weitere Blutprobe entnommen.
- Eine Mitbestimmung der Hormone => Cortisol und => Insulin kann sinnvoll sein. Die abschließende Untersuchung des Urins auf => Glukose ist ebenfalls empfehlenswert. Möglicherweise auftretende Symptome wie Unterzucker (Hypoglykämie) sollten mit Angabe der Uhrzeit notiert werden.
- Während des Zuckerbelastungstests können plötzliche Unterzuckerzustände (Hypoglykämien) auftreten, die Verwirrtheit, Verhaltensstörungen oder sogar Schockzustände verursachen. Die Testpersonen sollten unter medizinischer Beobachtung s ein. Eine Zuckerlösung für den Notfall der akuten Hypoglykämie sollte griffbereit zur Verfügung stehen.
- Von einer Zuckerstoffwechselstörung mit viel Zucker im Blut (Hyperglykämie) merkt ein betroffener meist nichts. Die Hyperglykämiephasen werden häufig erst spät oder durch Zufall wahrgenommen.
- Falsch-normale Werte sind mit folgenden Zuständen/Faktoren assoziiert: Arzneimittel (Coffein, Reserpin, Biguanide, MAO-Hemmer, Sulfonamidderivate), Malabsorption (Darmerkrankungen, Tuberkulose, Parasitenbefall u. a.), Starke körperliche Belastung, Flüssigkeitsaufnahme.
- Falsch-veränderte Werte sind mit folgenden Zuständen/Faktoren assoziiert: Antibabypille, Arzneimittel (Diuretika, Abführmittel u. A.), Magenoperation (Billroth-II), Zwölffingerdarmgeschwür (Duodenalulkus), Hungerzustand (zu geringe Kohlenhydratzufuhr), Hypokaliämie/-magnesiämie.
Laborprobe: Kapillarblut, Venenblut
Erhöhte Glukosetoleranztest-Werte
Diabetes mellitus
Bei erhöhten bzw. Abnormen Testergebnissen sollte eine fachärztliche Untersuchung und eine geeignete Behandlung durchgeführt werden.
Verminderte Glukosetoleranztest-Werte
- Je länger es dauert, bis eine Hypoglykämie (Unterzucker) durch die hormonelle Gegensteuerung wieder normalisiert wird, desto wahrscheinlicher ist eine Störung des Zuckerstoffwechsels.
- Möglicherweise liegt eine abnorm erhöhte Insulinproduktion vor, z. B. Durch einen Inselzelltumor (Insulinom).
Glukosetoleranztest-Empfehlung
Bei Vorliegen folgender Risikofaktoren wird ein oGTT empfohlen:
- Diabetes mellitus Typ 2 bei erstgradig Verwandten
- Übergewicht und Bewegunsgmangel
- Bluthochdruck
- HDL-Cholesterin ≤ 35 mg/dl und Triglyzeride ≥ 250 mg/dl
- Schwangerschaftsdiabetes
- Geburtsgewicht des Kindes > 4000 Gramm
- Gefäßerkrankung
- Albuminurie
Glukosetoleranztest-Normalwerte |
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Nüchternwert
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kapillär: < 100 mg/dl (5,6 mmol/l)
venös: < 100 mg/dl (5,6 mmol/l)
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2 h-Wert
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kapillär: < 140 mg/dl (7,8 mmol/l)
venös: < 120 mg/dl (6,7 mmol/l)
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Nüchternwert
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kapillär:
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≥ 126 mg/dl (7,0 mmol/l)
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2 h-Wert
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kapillär:
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≥ 200 mg/dl (11,1 mmol/l)
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venös:
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≥ 180 mg/dl (10,0 mmol/l)
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2 h-Wert
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kapillär:
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≥ 140 mg/dl (7,8 mmol/l)
und < 200 mg/dl (11,1 mmol/l)
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venös:
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≥ 120 mg/dl (6,7 mmol/l)
und < 180 mg/dl (10,0 mmol/l)
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