NOTFALL- & GESUNDHEITSPASS

ASTHMA, ALLERGISCH

Home Nach oben Abszess Asthma, allerg.

ASTHMA, allergisch


Definition:

Allergisches Asthma ist eine anfallsweise auftretende Atemnot durch Hyperreagibilität der Bronchien. Es wird durch Allergene, die sich in der Atemluft befinden und mit dem Lungen- und Bronchialgewebe in Kontakt kommen, ausgelöst.


Ursachen:

Allergisches Asthma ist eine Allergie vom Soforttyp und gehört damit zu den Typ-I-Allergien, deren Symptome einige Sekunden bis wenige Stunden nach Kontakt mit dem Allergen auftreten.

Eine entscheidende Rolle spielt das IgE (Immunglobulin vom Typ E). Diese spezifischen Moleküle heften sich mit der einen Bindungsstelle an Anntigene des Allergens, mit der anderen an  eine Mastzelle (Antigen-Antikörper-Reaktion). An eine Mastzelle können zwischen 10.000 und 50.000 IgE-Antigen-Komplexe andocken. Daraufhin wird ein Übermaß an Mediatoren (Botenstoffe) wie Histamin, das in den Mastzellen gespeichert ist, freigesetzt und so die allergischen Symptome ausgelöst.


Während eines Asthmaanfalls schwillt die chronisch entzündete Schleimhaut der Bronchien an und die Bronchien verengen sich durch ein zähes Schleimsekret. Außerdem verkrampft sich die glatte Muskulatur der Bronchiolen. Da gegen einen hohen Widerstand ausgeatmet werden muss, ist die ausreichende Sauerstoffversorgung gefährdet.



Ungefähr ein Fünftel der Asthmaanfälle wird auf Allergene zurückgeführt. Die häufigsten Allergene sind auch für den heuschnupfen verantwortlich: Pollen von Bäumen, Kräutern und Gräsern, Tierhaare - vor allem von Katzen und federn von Vögeln -, Kot der Hausstaubmilbe und Schimmelpilze. Reaktionen auf Latex nehmen vor allem in Gesundheitsberufen zu.


Symptome:

Die Atemnot beim akuten Asthmaanfall wird durch erhöhten Atemwiderstand und verkrampfte Muskulatur ausgelöst. Die Patienten können die Luft nicht mehr vollständig ausatmen, sodass die Lunge überbläht. Der Anfall wird durch ein Pfeiffen, Giemen und Brummen begleitet, da Sekrete in den Bronchien mitschwingen. Die Lippen laufen blau an.

Typisch ist das festhalten der ausgestreckten Arme an Tisch oder Stuhl: Mit Atemhilfsmuskulatur des Schultergürtels soll das Ausatmen besser gelingen. Andere allergische beschwerden wie Juckreiz, Anschwellen und Rötung der Gesichtshaut, Naselaufen und Tränen der Augen kommen dazu. Ein Asthmaanfall kann wenige Minuten bis zu Stunden andauern. Bei einem Status asthmaticus (dauerhafter Anfall) droht Lebensgefahr!


Diagnose:

Bei allergischem Asthma gilt es, das oder die auslösenden Allergene zu bestimmen. Am Anfang steht immer eine ausführliche Anamnese, bei der auch geprüft werden sollte, ob andere Familienmitglieder ebenfalls an dieser oder einer ähnlichen Erkrankung leiden. Wann tritt das Asthma auf, gibt es andere (allergische) Erkrankungen beim betroffenen oder bei nahen verwandten? Wurde schon einmal ein Allergietest durchgeführt und wenn ja, mit welchem Ergebnis? Verschiedene Testverfahren zeigen, gegen welche Allergene ein Patient sensibilisiert ist.

Prick-Test. Bei diesem Test werden gelöste Allergene auf die leicht angeritzte Haut aufgetragen. Eine juckende Quaddel zeigt nach 20 - 30 Minuten eine positive Reaktion an. Durch den Test kann ein Asthmaanfall ausgelöst werden. Prick-Test sind nicht immer aussagekräftig.

Provokationstest. Über eine Maske wird das vermutetet Allergen eingeatmet und die Reaktion dokumentiert. Dieser Test ist viel genauer und gilt als sog. Goldstandard, ist balso das zuverlässigste überprüfte Verfahren für eine Diagnose. Er wird nur in Kliniken durchgeführt.

RAST (Radio-Allergen-Sorbent-Test). Im peripheren Blut können Antikörper vom IgE-Typ nachgewiesen werden, die gegen bestimmte Allergene gerichtet sind. Der Test ist sehr aufwändig und wird daher nur zur Bestätigung bei einem begründeten Verdacht angewendet.

Lungenfunktionstest. Mit Verfahren wie Spirometrie und der Ganzkörper-plethysmografie wird eine Asthmalunge festgestellt. Bei einer Obstruktion, d. h. Bei einem Problem mit dem Ausatmen, ist besonders die Ausatemkapazität und die Menge der zurückbehaltenen Luft wichtig. Ein Peak-flow-Meter vergleicht die Strömungsgeschwindigkeit während einer forcierten Ausatmung prozentual mit dem Sollwert.


Differentialdiagnose:

Die allergischen Asthmavarianten sind von den nichtallergischen abzugrenzen. Weitere Ursachen für Asthma sind u. a. Medikamente, Infekte, psychischer Stress und körperliche Anstrengung. Atemnot wird auch durch folgende Erkrankungen ausgelöst:


Therapie:

Wie bei allen Allergien besteht die schonendste Behandlung darin, den Auslöser zu entfernen oder zu meiden. Das setzt allerdings voraus, dass das Allergen bekannt und eine Allergenkarenz durchführbar ist.

Die Symptome können medikamentös behandelt werden. In den meisten Fällen reichen kurz wirksame Betasympathomimetika als Dosieraerosole aus, um die Bronchien zu weiten. Die nächste Stufe besteht in Glukokortikoiden wie Budesol oder Fluticason, die inhaliert werden. Es folgt eine Kombination von kurz und lang wirksamen Beta-sympathomimetika. In schweren und sehr schweren Fällen wird Theophyllin oral gegeben, bei Bedarf auch Kortikoide. Die allergische Reaktion wird mit Cromoglicin oder Ketotifen behandelt. Die letzgenannten Mittel werden auch bei einem akuten Anfall eingesetzt.

Unterstützt werden die Medikamente durch Atemtraining und sportliche Betätigung. Ein Aufenthalt in geeigneten Luftkurorten mindert die Beschwerden. Auch eine Hyposen-sibilisierung kann hilfreich sein.


Prognose:
Kinder mit leichtem bis mittelschweren allergischen Asthma haben gute Chancen als Erwachsene nahezu beschwerdefrei zu sein. Ein bekanntes Phänomen ist der „Etagenwechsel“: junge Menschen mit Heuschnupfen entwickeln später häufig Asthma.


Komplikationen

Eine anaphylaktische Reaktion mit Schocksymptomatik ist wie bei allen Allergikern möglich. Ein Status asthmaticus ist lebensbedrohlich und erfordert Intensivbehandlung. Durch langjährige Überblähung entsteht ein Emphysem mit reduzierter Lungenkapazität, in der Extremform als Fassthorax bezeichnet.